Regimentsgeschichte

Das 5. Hannoversche Infanterieregiment Nr.165 wurde in seiner letzten Formation erst 1897 gegründet, besser gesagt wieder errichtet
Da aber laut AKO das Regiment in der Tradition des ehemaligen 4. Hannoverschen Infanterieregimentes steht, wurde dessen Stiftungstag und Geschichte übernommen.
Das ist bei der Betrachtung der Geschichte auch durchaus nachvollziehbar.

Formationsstruktur

X. Armeekorps
20. Division.
82. Infanteriebrigade
Ab 1899:
IV. ArmeeKorps
7. Division / Magdeburg
14. Infanteriebrigade / Halberstadt

Stiftungstag und Ereignisse während der Befreiungskriege

24. März 1813
Im Napoleonisch besetzten Lüneburg ruft der Oberstleutnant Albrecht von Estorff, im Auftrag von Oberst Baron von Tettenborn und auf englischen Sold und Rechnung,
freiwillige zur Aufstellung eines Husarenregimentes sowie für ein Regiment Fußjäger auf. Daraus entstanden die sog. "Estorff´schen Jäger". Sie trugen grüne Wollröcke mit hellblauen Aufschlägen und Kragen.

  Abb.1 Erlass von 1813   Abb. 2 Albrecht von Estorff

August 1813
Aufnahme in das multinationale Korps des General Ludwig Graf von Wallmoden - Gimborn.

25. Januar 1814
Aus den bereits im Vorjahr, auf Verordnung der wieder gebildeten Hannoverschen Regierung, aufgestellten Landwehrbataillonen und Feldbataillonen,
sollen die neuen Hannoverschen Regimenter gebildet werden. So bilden die Landwehrbataillone Lüneburg, Celle, Gifhorn und das (leichte) Feld - Bataillon Lüneburg das 5.Hannoversche Infanterieregiment Lüneburg. Von diesem Verwaltungsakt spürten die Regimenter aufgrund der kriegerischen Lage vorerst nichts, sie waren bislang nur auf dem Papier zum Regiment vereinigt.

25. März 1816
Drei Jahre nach dem Aufruf von Obertleutnant Estorff, und nach dem Ende der Befreiungskriege mit der Schlacht von Waterloo, wurde durch General Ordre die "Kings German Legion" in Hannoverschen Dienst gestellt und eine Neuordnung der Hannoverschen Armee befohlen. Dabei wurden die Landwehrbataillone Celle und Gifhorn durch die Landwehrbataillone Harburg und Lüchow ersetzt. Diese bildeten nun das 3. und 4. Bataillon des 5. Hannoverschen Regimentes.

Königreich Hannover

18. Februar 1820
Durch General - Ordre wurde die kriegsbedingte Organisation der Landwehr aufgegeben und die Hannoverschen Regimenter am 1. April des Jahres zu 2 stehenden Bataillonen mit je 4 Kompagnien formiert. Jeder 20jährige war nun dort dienstpflichtig, nicht mehr - wie vorher - in der Landwehr. Das "leichte Infanteriebattaillon", das ja aus den Estorff´schen Jägern hervorging, war fortan eine reguläre Infanterie und tauschte den grünen Jägerrock gegen den roten Rock der Hannoverschen Infanterie.

1833
Im Zuge einer Verminderung der Truppenstärke, wurden die Hannoverschen Regimenter in Bataillone zu je 5 Kompagnien umgewandelt. Das 5. Hannoversche Infanterieregiment bildete nun mit 5 Kompagnien das 5. Linien Bataillon, und gab zur Bildung des 12. Linienbataillons 2 Kompagnien ab.

1. Februar 1838
Am 20. Juni erlosch, durch den Tod von König Wilhelm IV., die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover. Der neue König Ernst August strukturierte die Streitkräfte erneut um, und formierte das 5. Linienbataillon sowie das 12. Linienbataillon zum 2. Bataillon des neuen 4. Hannoverschen Infanterieregimentes. Die Garnison wurde wieder nach Lüneburg verlegt. Der König führte den preussischen blauen Rock mit doppelter Knopfreihe ein.

1848
Nach dem Feldzug gegen Dänemark zog das 4. hannoversche Infanterieregiment in seine neue Garnison in Stade ein. Wieder wechselte das Kleid, der Rock wurde wie der Preussische kurz und einreihig. Ebenfalls wurden Lederhelme ausgegeben.

Abb.3 Kaserne in Stade

Hannover im Königreich Preussen

1866
Nach der Niederlage Hannovers im Deutschen Krieg, wurde es von Preussen annektiert und damit fortan eine Preussische Provinz. Natürlich vollzog sich damit wieder eine komplette militärische Neuordnung. Die Hannoversche Armee ging in der Preussischen auf. Es wurde das 1., 2., und 3. Hannoversche Infanterieregiment, mit den Nummern 74,77 und 79 gebildet. Zusätzlich mit der Nummer 78 ein Ostfriesisches Regiment und mit der Nummer 73 ein Fusilier- Regiment.

Deutsches Kaiserreich

1. April 1897
Im Zuge der Heeresvermehrung wurde am ersten April das 5. Hannoversche Infanterieregiment mit der Nummer 165 wiedererrichtet. Dazu wurden Halbbataillone von 4 Infanterie- Regimentern des X. Armeekorps genommen.
Und zwar vom:
3. Hannoverschen Infanterieregiment Nr. 79 für die 1. und 2.Kompanie
2. Kurhessischen Infanterieregiment Nr. 82 für die 3. und 4. Kompanie
Braunschweigischen Infanterieregiment Nr. 92 für die 5. und 6. Kompanie
2. Hannoverschen Infanterieregiment Nr. 77 für die 7. und 8. Kompanie
Erster Regimentskommandeur des Infanterieregimentes 165 war Oberst Königk. Das Regiment unterstand dem X. Armeekorps und bildete mit dem ebenfalls wiedererrichteten 4. Hannoverschen Infanterieregiment Nr. 164 die 82. Infanteriebrigade. Die Schulterklappen beim X. AK waren weiss mit roter Nummer. Garnison nahm das Regiment in Goslar und Blankenburg, was ihm auch den Beinamen "Harzregiment" einbrachte. Das Regiment war bereits im Herbst des Jahres im Rahmen der 20. Division und des gesamten X. Armeekorps zum Manöver im Oberharz.

24. Januar 1899
S.M. Kaiser Wilhelm II. verlas in Hannover die Ordre, nach der das 5. Hannoversche Infanterieregiment Nr.165 Träger der Traditionen des ehemaligen, und 1866 aufgelösten, 4. (vormals 5.!) Hannoverschen Infanterieregimentes ist und damit als Stiftungstag den 24. März 1813 hat. Aufgrund dieser Bestimmung, verlieh er an diesem Tag dem Regiment ein Helmband mit der Inschrift "Waterloo" in Erinnerung an die Befreiungskriege. Als Regimentsmarsch bekam das Regiment den im 17. Jh. entstandenen "Ernst August Marsch" wieder.

Mai 1899
Das Regiment verlies das X. Armeekorps und wurde der 7. Division des IV. Armeekorps (Magdeburg) zugeteilt. Es ersetzte dort das in den Osten versetzte IR 152 und bildete gemeinsam mit dem Infanterieregiment "Prinz Louis Ferdinand von Preussen" Nr. 27 die 14. Infanteriebrigade. Mit dem Korpswechsel bekamen die Soldaten neue, rote Schulterklappen. Innerhalb der neuen Verbände nahm das Regiment an Manövern in Salzwedel (1899), bei Quedlinburg (1900), in Stendal (1901) und Naumburg (1902) teil.

1.Oktober 1909
Das 1. Bataillon des Regimentes verlies den Garnisonsstandort Goslar und zog mit einem neu gebildeten 3. Bataillon in die neue Garnison nach Quedlinburg.

Abb.4 Kaserne in Quedlinburg

1912
Die 165er nehmen am Kaisermanöver im Königreich Sachsen teil.

1918/ 1919
Nach dem I. Weltkrieg und dem Zerfall des deutschen Kaiserreiches, Auflösung des 5. Hannoverschen Infanterieregimentes Nr. 165 nach 105 Jahren.

Kriegsschauplätze*

1813/14 Befreiungskrieg gegen Kaiser Napoleon

1815 gegen gegen Kaiser Napoleon: 1848/49 gegen Dänemark: 5.6.1848 Düppeler Schanzen
1866 gegen Preussen: 27.6.1866 Langensalza
1870/71 gegen Frankreich
1914-1918 1. Weltkrieg Westfront

*Auszug